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Waffenschrank



Waffenschränke sind Spezialtresore

Waffenschränke sind Stahlschränke, deren Sicherheitsstufen denen des Tresor gleichen. Im Grunde handelt es sich um Tresorsonderformen, die mit speziellen Haltevorrichtungen für Waffen ausgestattet sind und sich an den Maßen dieser Waffen orientieren. Ein Hauptunterschied ergibt sich daher zwischen Waffenschränken für Kurzwaffen, wie Pistolen, und Langwaffen, wie Jagdgewehren. In Kombi-Schränken lassen sich beide Arten aufbewahren. Das aber nur, wenn der Schrank einer bestimmten Sicherheitsstufe entspricht. Anders als konventionelle Tresore sind Waffenschränke außerdem oft mit einem Innenfach zur Unterbringung von Munition ausgestattet. Wer seine Munition nicht in einem gesonderten Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss unterbringen möchte, sollte beim Kauf des Tresors unbedingt auf dieses Innenfach achten, denn nur in solchen Waffenschrankmodellen lässt sich neben den Waffen auch einschränkungslos Munition verstauen. Jeder Waffenhalter ist laut Gesetz nämlich dazu angehalten, seine Waffen und die zugehörige Munition getrennt voneinander unterzubringen.

Gesetzgeber fordert sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition

Sowohl Waffen als auch Munition müssen vom Eigentümer laut Gesetz vor dem Zugriff Dritter geschützt werden. Während manche Einrichtungen daher zur Unterbringung auf einen Waffenraum mit einbruchshemmenden Türen und ähnlichen Schutzvorkehrungen setzen, ist der Privatmann grundsätzlich auf einen Stahlschrank angewiesen, sobald er Waffen in seinem Eigentum hat. Die Waffen sollen mit dieser Art der Unterbringung vor Einbrechern sowie im Haushalt lebenden, aber unberechtigten Personen in Sicherheit gebracht werden. Diese Regelung ist als Rechtsgrundlage zur Waffenaufbewahrung deutschlandweit gültig und unter § 36 Waffengesetz(WaffG) sowie den §§ 13 und 14 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)vermerkt. Jeder waffenführende Haushalt muss sich vom Landratsamt bescheinigen lassen, dass er die Waffen gesetzesgemäß untergebracht hat. Um aber für eine gesetzesgemäße Unterbringung zu sorgen, muss der Waffenhalter die Einzelbestimmungen zu Lang- und Kurzwaffen sowie Munition genau kennen. Die Schränke müssen je nach Einsatzzweck nämlich bestimmten Sicherheitsstufen entsprechen. Diese Sicherheitsstufen werden dem Schrank durch eine unabhängige Prüfinstitution bescheinigt.
Welche Sicherheitsstufe der Stahlschrank je erfüllen muss, hängt vor allem von der Art und Anzahl der unterzubringenden Waffen ab.

Sicherheitsstufen von Waffenschränken für Kurzwaffen und Langwaffen (alte Fassung)

Stahlschränke der Sicherheitsstufe A (VDMA 24992) ohne Innenfach dürfen laut Gesetz maximal zehn Langwaffen fassen. Kurzwaffen dürfen in dieser Art Waffenschrank nicht unterkommen. Munition darf gleichzeitig nur untergebracht werden, wenn sie nicht zu den darin gelagerten Langwaffen passt. Ist dagegen ein geprüftes Innenfach an dem Stahlschrank vorhanden, dürfen zusätzlich zu den zehn Langwaffen jegliche Arten der Munition darin unterkommen, solange diese Munition im Innenfach verstaut wird. Wenn der Waffenschrank selbst der Sicherheitsstufe A, aber das Innenfach der Sicherheitsstufe B entspricht, darf der Eigentümer im Innenfach neben der Munition außerdem fünf Kurzwaffen aufbewahren. In Stahlschränken der Sicherheitsstufe B darf wiederum eine unbegrenzte Zahl Langwaffen unterkommen. Solange der Schrank kein Innenfach hat, darf er bei Sicherheitsstufe B lediglich fünf zusätzliche Kurzwaffen fassen. Diese Zahl erhöht sich auf zehn, wenn der Tresor mindestens 200 Kilogramm wiegt oder durch vergleichbar sichere Verankerungen nicht von Ort und Stelle bewegt werden kann. Dasselbe gilt für Schränke der Sicherheitsstufe B mit Innenfach. Sie unterscheiden sich von den innentaschenlosen Schränken nur insofern, als dass sich in ihren Innenfächern sämtliche Sorten Munition unterbringen lassen. Für Waffenschränke des Widerstandsgrad 0 nach DIN / EN 1143-1 gelten dieselben Bestimmungen. Stahlschränke des Widerstandsgrad 1 entsprechen wiederum der höchsten Sicherheitsstufe und sind damit die einzigen Schränke, in denen ohne weitere Vorkehrungen sowohl hinsichtlich Kurzwaffen, als auch Langwaffen eine unbegrenzte Anzahl unterkommen darf. Wie auch für den Widerstandsgrad 0 lassen sich zusätzlich alle Munitionsarten darin aufbewahren, da die offene Lagerung im Schrank in beiden Fällen möglich ist.

Gesetzmäßige Montage und Örtlichkeit für Waffenschränke

Der Waffenhalter ist verpflichtet, eventuellen Einbrechern auf dem Weg zum Waffenschrank wortwörtlich Steine in den Weg zu legen. So soll der Einbrecher schon auf dem Weg zum Schrank Schutzvorrichtungen überwinden müssen. Welche Art der Schutzvorrichtung damit gemeint ist, wird vom Gesetz nicht näher definiert. Ein Alarmanlagensystem könnte allerdings als zusätzliche Schutzvorrichtung durchgehen. Wer erlaubnispflichtige Kurzwaffen im Waffenschrank aufbewahren möchte, muss ohnehin eine Einbruchmeldeanlage mit einplanen. Diese Alarmanlage sollte der DIN VDE 0833 (Teil 1 und 3) und den Richtlinien der VdS-Schadenverhütung nach mindestens der Klasse B entsprechen. Auch die Örtlichkeit der Aufbewahrung unterliegt strengen Bedingungen. So dürfen Waffenschränke zum Beispiel nicht in Ferienhäusern oder an anderen, eher selten besuchten Orten unterkommen. Selbstverständlich muss der Waffenhalter neben diesen Ortsbestimmungen außerdem den Montagebestimmungen gerecht werden. Der Waffenschrank sollte sich möglichst nicht von Ort und Stelle heben lassen. Oftmals lässt man Waffenschränke daher zum Beispiel mit speziellen Betonarten in die Wand ein, sodass ein Einbrecher sie nicht aus der Wohnung schleppen kann.

Für Waffenschränke gibt es verschiedene Schlösser

Neben Ort und Montageart sollte auch das Schloss eines Waffenschranks sorgsam ausgewählt werden. Neben Doppelbartschlössern sind teilweise auch Elektronikschlösser oder mechanische Zahlenschlösser in Verwendung. Das Doppelbartschloss ermöglicht den Zugriff auf das Innere des Schrankes statt mit einer Zahlenkombination mit einem Schlüssel. Zur Aufbewahrung des Schlüssels gibt es keine genauen Gesetzesvorgaben. Der Schlüssel sollte sich allerdings nicht an einem Ort befinden, wo er in die Hände Dritter fallen könnte. Die Aufbewahrung außerhalb des eigenen Hauses ist daher nicht zu empfehlen. Wer den Schlüssel am Schlüsselbund bei sich trägt, riskiert andererseits, dass andere Menschen wegen der besonderen Form des Schlüssels sofort seinen Zweck erkennen. Daher empfindet man Elektronikschlösser und mechanische Schlösser häufig als sicherer als Doppelbarschlösser. Nicht jeder Waffenschrank bietet allerdings eine Montagemöglichkeit für Elektronikschlösser. Wer seine bis zu achtstellige Zahlenkombination außerdem vergisst, muss den elektronisch gesicherten Schrank aufbohren lassen. Allerdings gibt es auch Elektronikschlösser, die zusätzlich zur Zahlenkombination einen Notschlüssel umgreifen und so das Öffnen im Notfall auch ohne die Kombination erlauben. Sowohl bei mechanischen als auch elektronischen Varianten sollte der Eigentümer idealerweise regelmäßig die Kombination ändern, um maximale Sicherheit zu erreichen.