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Feuerfester Tresor



Normen für feuerfeste Tresore

Aktuell verwendete Materialien bei der Herstellung

Stahl ist sicherlich ein Standard bei Tresoren. Der Feuersicherheit dienen Materialien wie Keramik, die keine Hitze leiten und nicht aufschweißbar sind, damit der Tresor nicht einerseits bei Bränden geschützt, dafür andererseits leichter auszurauben ist. Zusätzlich muss der Safe dem Löschwasser standhalten. Brandsichere Tresore werden oft aus Stahl mit Betonfüllung gebaut. Dichtungsstoffe im Inneren quillen beim Kontakt mit Wasser auf und verhindern so, dass Löschwasser eindringt und den Inhalt beschädigt.

Güteklassen

Es gibt verschiedene Normen, die Feuersicherheit klassifizieren. Die meisten Normen sind in die Güteklassen P und D beziehungsweise DIS eingeteilt. Das P steht für Papier, der zertifizierte Tresor schützt also Papierdokumente. D steht für Daten, DIS für Disketten. Hier sind die Anforderungen oft etwas höher, da schon bei einer Temperatur von 50 °C Daten von bestimmten Datenträgern verschwinden können. Dokumententresore mit Datenbox müssen deshalb zweifach zertifiziert sein. Eine weitere Einteilung gibt die Länge eines Feuers an, die ein Tresor mindestens aushält. Üblich sind 60 oder 120 Minuten. Der Zusatz „S 120 P“ bedeutet also, dass der geprüfte Safe zwei Stunden lang Papierdokumente vor Feuer und Hitze schützt.

Normen

Safes, die der Norm DIN 4102 entsprechen, sind doppelwandig und bestehen aus nicht brennbarem Material. Sie bestehen einfache Zimmerbrände, die bald gelöscht werden und sich kaum ausbreiten. Es gibt für die DIN 4102 keine Prüfungen und daher auch kein Zertifikat.

Ein schwedisches Prüfinstitut gibt die Norm NT Fire 017 aus. Als einzige der aufgeführten Normen kennt sie nicht nur die Einteilung in eine oder zwei Stunden Feuerschutz, sondern auch 90 Minuten.

Unter UL 72 werden Tresore in den USA geprüft. Die Kriterien sind ähnlich dem deutschen EN 1047-1, dem sogenannten Braunschweig-Test. Beide Prüfungen enthalten auch einen Sturztest aus etwa neun Metern Höhe. Ein Feuerstoßtest ist im Braunschweig-Test Pflicht, bei der UL 72 optional.

Mit der Norm LFS30P, ebenfalls aus Deutschland, werden nur Papiertresore ausgezeichnet. Sie schützen den Inhalt eine halbe Stunde lang vor Feuer.

Bedingungen für die Klassifikation

Die Ausgangstemperatur bei den Prüfungen beträgt etwa 20 °C, um eine normale Raumtemperatur nachzuahmen. Der Temperaturanstieg im Innenraum des Tresors darf für Papier 170 °C und für Datenträger 30 °C (DIS) oder 50 °C (D) nicht überschreiten. Der Braunschweig-Test und UL 72 messen bei Datentresoren zusätzlich die Luftfeuchtigkeit, die maximal 85 % erreichen darf. Alle Datenspeicher und Dokumente müssen nach einem Brand unbeschadet entnommen werden können.

Ablauf der Feuerschutzprüfung EN 1047-1

Die Tresore werden je nach Güteklasse 60, 90 oder 120 Minuten lang den Flammen in einer Brandkammer ausgesetzt. Im gesamten Verlauf einer Prüfung, die zwischen 12 und 20 Stunden dauern kann, messen Thermometer an den heißesten Stellen im Innenraum die Temperatur.

Die Messung beginnt bei 20 oder 21 °C. Zunächst wird die Brandkammer auf fast 1100 °C erhitzt, 15 Minuten lang für die Güteklasse S 60 und 30 Minuten für S 120. Danach wird das Feuer abgestellt, der Tresor bleibt zum Abkühlen in der Kammer. Der anschließende Sturztest simuliert einen Fall aus 9,15 m Höhe – dies entspricht einer Höhe von etwa drei Stockwerken oder dem Gewicht eines einfallenden Gebäudes, das den Tresor unter sich begräbt. Beim Aufprall darf der Safe sich nicht verformen, sodass der Feuerschutz erhalten bleibt. Im Feuerstoßtest wird die Brandkammer zunächst erhitzt, bevor der Tresor hineingestellt wird. Danach kommt er erneut für 45 Minuten in die noch heiße Brandkammer. Für 25 beziehungsweise 50 Minuten (S 60 bzw. S 120) wird er 840 °C heißen Flammen ausgesetzt. Die maximale Temperatur im Tresor wird erst erreicht, wenn der Ofen abgekühlt ist. Die Prüfer kontrollieren das Abkühlen, weil der Safe nach einem Feuer eventuell in einem heißen Raum verbleibt.

Der Test UL 72 verläuft ähnlich, der Feuerstoßtest ist optional. Die Prüfung NT Fire 017 kontrolliert das Abkühlen nicht und die Thermometer sind nicht an den kritischen Stellen im Safe angebracht. Sie prüft ausschließlich die Brandsicherheit und macht keinen Feuerstoß- oder Sturztest.