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BtM-Tresor



Tresore haben im Rahmen der industriellen Revolution ursprünglich eine enorme Bedeutung zur Sicherung von Wertsachen gewonnen. Aber auch Gefahrgüter und Betäubungsmittel müssen vor dem Zugriff nicht berechtigter Personen geschützt werden. Tresore, die der Lagerung und Sicherung von Betäubungsmitteln dienen, werden folgerichtig als BTM-Tresore (Betäubungsmitteltresore) bezeichnet. Betäubungsmittel sind Substanzen, die eine psychopharmakologische Wirkung auf den Organismus ausüben. Verschiedene auf die Psyche wirkende Medikamente müssen deshalb unter dem Sammelbegriff Betäubungsmittel zusammengefasst werden. Dazu gehören unter anderem Psychopharmaka, Narkotika, Halluzinogene, Analgetika und einige andere verschreibungspflichtige Medikamente. So sind rund 150 Substanzen in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes gelistet, welche zwingend in BTM-Tresoren gelagert werden müssen.

Warum sind BTM-Tresore erforderlich?

Besonders in Bereichen und Einrichtungen des Gesundheitswesens und des Arzneimittelhandels, wo die Behandlung von Patienten oder der Verkauf von Medikamenten stattfindet, stehen somit Betäubungsmittel ständig zur Verfügung. Um die Gefahr des Missbrauchs oder der nicht sachgemäßen Anwendung dieser Substanzen zu mindern, gibt es strenge gesetzliche Regelungen zu ihrer Aufbewahrung und Sicherung. So ist im Paragraf 15 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) festgelegt, dass derjenige, der am Betäubungsmittelverkehr teilnimmt, seine im eigenen Besitz befindlichen Betäubungsmittel gesondert aufzubewahren und gegen unbefugte Entnahme zu sichern hat. Auf der Grundlage dieser gesetzlichen Regelungen wurden BTM-Tresore entwickelt, die diese Funktion erfüllen.

Wer braucht BTM-Tresore?

So sind BTM-Tresore zur gesetzeskonformen Lagerung von Betäubungsmitteln in folgenden Bereichen und Einrichtungen zwingend erforderlich:

– in Öffentlichen Apotheken
– in Krankenhausapotheken
– in Krankenhaus-Stationen
– in Arztpraxen
– in Pharmaunternehmen
– in Alten- und Pflegeheimen
– und im Arzneimittelhandel.

Da auch für Erlaubnisinhaber die gleichen gesetzlichen Bestimmungen gelten, sind auch sie verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Betäubungsmittel in BTM-Tresoren aufzubewahren.

Gesetzliche Vorschriften für die Nutzung von BTM-Tresoren

Das seit dem Jahre 1929 in Deutschland bestehende Opiumgesetz wurde im Jahre 1972 in Form der ersten Fassung des Betäubungsmittelgesetzes durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte konkretisiert. Seit dem 1. Januar 2007 wird im Rahmen der neuen sicherheitstechnischen Erkenntnisse verlangt, die entsprechenden Substanzen in einem BTM-Tresor zu verwahren. Gleichzeitig muss der Betäubungsmitteltresor bestimmten gesetzlichen Anforderungen entsprechen. So sollen seine Eigenschaften und Beschaffenheiten der Europäischen Norm (EN) EN 1143-1 genügen. Für Öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken werden die Tresore nach dem Widerstandsgrad I oder höher zertifiziert. Nach dieser Norm müssen BTM-Tresore mit einem Gewicht unter 1000 Kilogramm fest verankert werden, um ihre Entwendung zu verhindern. So gibt es Lösungen, BTM-Tresore in Möbel oder Raumeinrichtungen einzuarbeiten. Wo es möglich ist, empfiehlt es sich auch, in Mauern eingebaute Wertschutzschränke zur Aufbewahrung von Betäubungsmitteln zu nutzen.

BTM-Tresore für Krankenhaus-Stationen, Arztpraxen oder Alten- und Pflegeheime werden auch nach EN 1143-1 zertifiziert. Sie können aber auch dem Widerstandsgrad 0 oder höher entsprechen. Unterschreitet ihr Gewicht 200 Kilogramm, dann müssen diese Tresore fest verankert werden. Dabei sind sogenannte Einmauerschränke fachgerecht in eine geeignete Wand einzubauen. Auch die Aufbewahrung der Schlüssel ist dabei nach einem bestimmten Verteilerplan geregelt. So müssen die Schlüssel grundsätzlich persönlich aufbewahrt werden. Für kleinere Betäubungsmittelmengen, die höchstens den durchschnittlichen Tagesbedarf einer Teileinheit darstellen und ständig griffbereit zu sein haben, gilt die Ausnahme, sie durch Einschließen so zu sichern, dass ein Entwenden erschwert wird.

Was bedeuten Sicherheitsstufe und Widerstandsgrad von BTM-Tresoren?

Wenn bei Tresoren eine Sicherheitsstufe oder ein Widerstandsgrad ausgewiesen ist, wurden sie von anerkannten und unabhängigen europäischen Instituten zertifiziert. Bekannte Institute sind die „VdS Schadenverhütung GmbH“ oder der „European Security Systems Association (ESSA) e. V.“. Auf der Grundlage von umfangreichen Aufbruchstests mit unterschiedlichen thermischen und mechanischen Einbruchwerkzeugen erfolgt die Zertifizierung. BTM-Tresore werden durch die „VdS Schadenverhütung GmbH“ nach der Europäischen Norm EN 1143-1 zertifiziert. Nur wenn der Tresor diesen Testen widersteht, wird die entsprechende Sicherheitsstufe oder Widerstandsgrad vergeben. Diese werden dann durch eine im Innern des Tresors angebrachte Prüfplakette ausgewiesen. Die Versicherungseinstufung des Tresorinhalts ist unter anderem von der Sicherheitsstufe oder dem Widerstandsgrad abhängig. Bei der Zertifizierung nach EN 1143-1 wird der Widerstandsgrad des BTM-Tresors bestimmt. Für Öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken ist ein Widerstandsgrad von I notwendig. Mit einem Gewicht unter 1000 Kilogramm ist hier eine feste Verankerung des Tresors notwendig. Bei Krankenhausstationen, Arztpraxen oder Alten- und Pflegeheimen reicht oftmals ein Widerstandsgrad von 0 aus, da hier nicht so viel Betäubungsmittel gelagert werden. In diesem Fall sollten BTM-Tresore, die leichter als 200 Kilogramm sind, am Boden oder an der Wand verankert werden.

Aufbau von BTM-Tresoren

Grundsätzlich ist ein BTM-Tresor ein kastenartiger Schrank aus mehrwandigem, stabilem Stahl. Je nach Erfordernissen können BTM-Tresore mit Fachböden, Schubkästen oder Tablarauszügen ausgestattet sein. Des Weiteren ist eine Kombination von Wertschutzschrank und Betäubungsmitteltresor möglich. So können gleichzeitig wichtige Dokumente, Wertgegenstände und Betäubungsmittel sicher gelagert werden. Um den BTM-Tresor nicht gleich sichtbar aufzustellen, ist es sinnvoll, ihn in ein Möbelstück oder eine geeignete Wand einzubauen. Sollte das nicht möglich sein, ist zumindest bei einem Gewicht unter 1000 Kilogramm für eine feste Verankerung am Boden oder der Wand zu sorgen, damit der Tresor nicht so leicht wegtransportiert werden kann. Außerdem sollte der Tresor mit einem Alarmsystem ausgerüstet sein, damit eventuelles Entwenden schnell entdeckt und gestoppt werden kann.